Wir verkaufen hier nichts
Auf dieser Seite steht kein einziger Partnerlink und keine Empfehlung für eine bestimmte Firma. Wer Versicherungen vermittelt, braucht in Deutschland eine besondere Erlaubnis — wir haben sie nicht und wollen sie auch nicht.
Was hier steht, ist nur das, was uns selbst niemand erklärt hat: welche Versicherung du wirklich brauchst und welche nicht. Für eine Beratung geh zur Verbraucherzentrale. Die kostet ein paar Euro, verkauft dir nichts und ist auf deiner Seite.
Keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Stand: August 2026.
1. Pflicht — daran führt kein Weg vorbei
Krankenversicherung. Für alle, die in Deutschland leben. Kein „vielleicht später". Wer angestellt ist, ist über den Arbeitgeber versichert — die Hälfte zahlt der Betrieb. Wer nicht versichert ist, zahlt die Beiträge trotzdem, nur rückwirkend und auf einen Schlag. Genau daran zerbrechen viele.
→ Krankenversicherung — wie es funktioniert
Pflegeversicherung. Läuft automatisch mit der Krankenversicherung mit. Musst du nichts tun.
Kfz-Haftpflicht. Nur wenn du ein Auto hast. Ohne sie bekommst du kein Kennzeichen. Fahren ohne Versicherung ist eine Straftat, kein Bußgeld.
Für manche Berufe: wer sich selbständig macht, braucht je nach Tätigkeit eine Berufshaftpflicht.
2. Kein Pflicht, aber für fast jeden sinnvoll
Private Haftpflichtversicherung. Wenn du aus Versehen jemandem etwas kaputt machst oder jemand durch dich zu Schaden kommt, haftest du in Deutschland mit deinem ganzen Vermögen — unbegrenzt. Ein Fahrradunfall mit einem verletzten Menschen kann dich lebenslang begleiten.
Das ist der Grund, warum fast jeder in Deutschland diese Versicherung hat. Sie kostet ungefähr so viel wie zwei Kaffee im Monat. Wenn du nur eine freiwillige Versicherung abschließt, dann diese.
Wichtig für Familien: Ehepartner und Kinder sind meistens mitversichert — eine Police reicht für den ganzen Haushalt. Frag danach, bevor du eine zweite abschließt.
Berufsunfähigkeitsversicherung. Zahlt, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst. Für alle, die von ihrer Arbeitskraft leben, eigentlich die wichtigste nach der Haftpflicht — gerade bei körperlicher Arbeit in Küche, Lager oder Pflege.
Aber: sie ist teuer, die Gesundheitsfragen musst du vollständig und ehrlich beantworten, und je körperlicher der Beruf, desto höher der Beitrag. Hier lohnt sich echte Beratung, bevor du unterschreibst.
3. Kommt drauf an
• Hausratversicherung — lohnt sich, wenn dein Hausrat
zusammen wirklich viel wert ist. Wer in einer einfach eingerichteten
Wohnung lebt, braucht sie meistens nicht.
• Rechtsschutzversicherung — kann bei Streit mit Arbeitgeber
oder Vermieter helfen. Achtung: fast immer gibt es eine Wartezeit von drei
Monaten. Wer sie abschließt, weil gerade Streit ist, bekommt nichts.
• Unfallversicherung — bei der Arbeit bist du über die
Berufsgenossenschaft ohnehin versichert, auch auf dem Weg dorthin.
Privat lohnt sie nur für bestimmte Situationen.
4. Was dir oft verkauft wird — und meistens nichts taugt
• Handyversicherung — teuer im Verhältnis zum Handy, viele
Ausschlüsse, und der Selbstbehalt frisst den Rest.
• Sterbegeldversicherung — du zahlst über die Jahre oft mehr
ein, als am Ende ausgezahlt wird.
• Kapitallebensversicherung als Geldanlage — vermischt
Versicherung und Sparen. Beides wird dadurch schlechter.
• Reisegepäckversicherung — zahlt selten, weil „grob
fahrlässig" fast immer irgendwie passt.
Ein Satz, den du dir merken solltest: versichere das, was dich finanziell ruinieren würde. Nicht das, was du zur Not aus eigener Tasche ersetzen kannst.
5. An der Haustür und in der WhatsApp-Gruppe
Wer neu in Deutschland ist, wird gezielt angesprochen — oft von jemandem aus der eigenen Community, in der eigenen Sprache, und das fühlt sich nach Hilfe an. Manchmal ist es das auch. Manchmal nicht.
Drei Fragen, die du immer stellen darfst:
1. „Bekommst du eine Provision, wenn ich unterschreibe?"
Er muss ehrlich antworten. Ein seriöser Vermittler sagt einfach ja.
2. „Wie ist deine Registrierungsnummer?" Jeder Vermittler
steht im Vermittlerregister der DIHK — dort kannst du
kostenlos nachschauen, ob es ihn wirklich gibt.
3. „Kann ich das mitnehmen und in Ruhe lesen?" Wer dich
drängt, sofort zu unterschreiben, hat einen Grund dafür.
Unterschreib nie am selben Tag. Und unterschreib nichts, was du nicht gelesen hast — auch nicht, wenn dir jemand sagt, das sei nur eine Formsache.
Widerruf: Bei Versicherungen kannst du in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen, bei Lebensversicherungen 30 Tage. Schriftlich, und schick es so ab, dass du es beweisen kannst.
6. Wo du wirklich neutral beraten wirst
• Verbraucherzentrale deines Bundeslandes — Versicherungsberatung
gegen eine kleine Gebühr, teilweise auf Termin vor Ort. Sie verkaufen nichts.
• BaFin — Beschwerdestelle, wenn eine Versicherung nicht zahlt
oder sich nicht meldet. Kostenlos.
• Versicherungsombudsmann — schlichtet Streit zwischen dir und
der Versicherung. Für dich kostenlos, die Entscheidung bindet die
Versicherung bis zu einer bestimmten Höhe.
• Vermittlerregister — hier prüfst du, ob jemand überhaupt
vermitteln darf.
Ein Versicherungsberater (nach § 34e GewO) bekommt keine Provision und wird von dir bezahlt. Ein Versicherungsvertreter oder -makler verdient am Abschluss. Beides ist erlaubt — du solltest nur wissen, mit wem du gerade sprichst.
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