🗣️ Deutsch lernen

Deutsch ist der Schlüssel zu fast allem hier — bessere Arbeit, eigene Wohnung, Briefe verstehen, Einbürgerung. Die gute Nachricht: für viele von uns ist der Unterricht kostenlos oder fast kostenlos. Man muss nur wissen, wie.

⚖️ Keine Rechtsberatung — allgemeine Informationen

Regeln und Beträge können sich ändern. Verbindlich ist immer das BAMF oder deine Migrationsberatungsstelle. Stand: Juli 2026.

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1. Der Integrationskurs — der wichtigste Weg

700 Unterrichtsstunden: 600 Stunden Sprache bis B1, dazu 100 Stunden Orientierungskurs über Recht, Geschichte und Alltag in Deutschland. Am Ende zwei Prüfungen und ein Zertifikat.

Dieses Zertifikat brauchst du später bei der Einbürgerung und oft auch bei der Niederlassungserlaubnis. Es ist kein „Kurs nebenbei" — es ist ein Dokument, das zählt.

Viele Menschen haben sogar einen gesetzlichen Anspruch darauf, andere werden vom Jobcenter oder von der Ausländerbehörde dazu verpflichtet. Frag nach — nicht warten, bis jemand von selbst darauf zu sprechen kommt.

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2. Was er kostet — und für wen er nichts kostet

Regulär zahlst du 2,29 € pro Unterrichtsstunde. Bei 700 Stunden sind das 1.603 €. Das klingt viel — aber die wenigsten zahlen das voll.

Immer kostenlos ist er für:

• Asylbewerberinnen und Asylbewerber
• Menschen mit Duldung (§ 60a Abs. 2 S. 3, § 60c oder § 60d AufenthG)
• Menschen mit Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG
• Alle, die vom Jobcenter verpflichtet oder zugelassen wurden
• Spätaussiedler und ihre Angehörigen

Befreiung auf Antrag bekommst du, wenn:

• du Bürgergeld, Arbeitslosengeld oder Leistungen nach SGB XII beziehst
oder du arbeitest und dein Bruttoeinkommen unter einer bestimmten Grenze liegt — die Grenze steigt mit der Zahl deiner Kinder
• oder du sonst finanziell bedürftig bist

💡 Diesen zweiten Punkt kennen die wenigsten: auch wer arbeitet, kann befreit werden. Viele in unserer Community zahlen 1.603 €, obwohl sie es nicht müssten — weil ihnen niemand gesagt hat, dass es diesen Antrag gibt.

Zwei Dinge, die dich sonst Geld kosten:

Stell den Antrag auf Kostenbefreiung VOR Kursbeginn. Rückwirkend geht das nur für das erste Modul — danach gilt die Befreiung erst ab dem nächsten Kursabschnitt.
Bestehst du den Abschlusstest innerhalb von zwei Jahren, bekommst du die Hälfte deines Kostenbeitrags zurück. Du musst das beantragen, es kommt nicht von allein.

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3. So meldest du dich an

1. Antrag auf Zulassung beim BAMF stellen — oder direkt bei einem Kursträger, der hilft dir beim Ausfüllen.
2. Du bekommst eine Teilnahmeberechtigung.
3. Einen Kursträger in deiner Nähe suchen — über BAMF-NAvI findest du Kurse und Beratungsstellen am Wohnort.
4. Kostenbefreiung beantragen — jetzt, nicht später.
5. Einstufungstest, dann startest du auf deinem Niveau.

Es gibt Kurse am Vormittag, am Abend und am Wochenende — sag beim Träger, wann du wegen der Arbeit kannst. Und es gibt Kurse mit Kinderbetreuung; frag ausdrücklich danach, es steht selten im Prospekt.

⚠️ Hinweis für EU-Bürger und Deutsche: die Zulassung „nach Ermessen" (§ 44 Abs. 4 AufenthG) wird im Haushaltsjahr 2026 wegen fehlender Mittel bis auf Weiteres nicht erteilt. Wer keinen gesetzlichen Anspruch hat, sollte deshalb auf die anderen Wege unten schauen.

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4. Schon B1? Dann geht es weiter — meist kostenlos

Nach dem Integrationskurs kommen die Berufssprachkurse (DeuFöV): Deutsch für den Arbeitsplatz, von B1 aufwärts bis B2 und C1, teils auch mit Fachsprache für Pflege oder Handwerk.

Für viele sind sie kostenlos — besonders wenn du beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit gemeldet bist. Auch Beschäftigte können teilnehmen; dann wird oft ein kleiner Eigenanteil fällig.

Das ist der Kurs, der beim Gehalt wirklich etwas ändert: B2 öffnet Stellen, die mit B1 verschlossen bleiben.

5. Kostenlos online lernen

Zusätzlich zum Kurs — oder als Anfang, während du auf einen Platz wartest.

Deutsche Welle — Deutsch lernen

Niveau: A1 bis C1

Komplett kostenlos, vom deutschen Auslandsrundfunk. Kurse, Videos, Nachrichten in langsamem Deutsch. Das beste kostenlose Angebot, das es gibt — viele bezahlen für schlechteres.

→ Zur Website

VHS-Lernportal

Niveau: A1 bis B2

Kostenlos, von den Volkshochschulen. Mit echten Lehrkräften, die deine Übungen korrigieren. Auch als App.

→ Zur Website

Goethe-Institut

Niveau: A1 bis C2

Kostenpflichtige Kurse, dafür das international bekannteste Zertifikat. Einige Übungsmaterialien sind frei zugänglich.

→ Zur Website

Duolingo / Babbel

Niveau: A1 bis B1

Gut für zwischendurch — in der Bahn, in der Pause. Ersetzt keinen Kurs und gibt kein anerkanntes Zertifikat, hilft aber beim Wortschatz.

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Und die Volkshochschule vor Ort

Fast jede Stadt hat eine VHS. Die Kurse sind günstig, die Gruppen gemischt, und man lernt Menschen aus der Nachbarschaft kennen. Für viele ist das der angenehmste Einstieg — such nach „VHS" und dem Namen deiner Stadt.

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6. Welches Zertifikat brauchst du wofür?

A1 — oft beim Ehegattennachzug
B1 — Einbürgerung und häufig die Niederlassungserlaubnis
B2 — viele Ausbildungen und bessere Stellen
C1 — Studium und akademische Berufe

Nicht jeder Kurs endet mit einem anerkannten Zertifikat. Wenn du es für ein Amt brauchst, frag vorher, welche Prüfung am Ende steht — sonst hast du gelernt, aber nichts in der Hand.

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Ehrlich gesagt

Nach einer Zwölf-Stunden-Schicht noch Deutsch lernen ist hart. Deshalb der ehrlichste Rat auf dieser Seite: lieber jeden Tag 20 Minuten als einmal im Monat drei Stunden. Sprache kommt durch Wiederholung, nicht durch Anstrengung.

Und fang mit den Wörtern an, die du wirklich brauchst — die vom Amt, vom Arbeitsplatz, vom Vermieter. Genau dafür gibt es hier den Brief-Erklärer: 28 Behörden-Wörter, erklärt in 9 Sprachen.

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