📦 Wohnung gefunden — was jetzt?
Der schwerste Teil ist geschafft. Jetzt kommen ein paar Dinge, die schnell erledigt sein müssen — sonst wird es teuer oder unangenehm. Hier steht alles in der richtigen Reihenfolge.
⚖️ Keine Rechtsberatung — allgemeine Informationen
Diese Seite erklärt allgemein, wie es funktioniert. Preise und Regeln ändern sich und sind je nach Stadt unterschiedlich — prüfe immer bei der zuständigen Stelle. Stand: Juli 2026.
1. Mietvertrag — vor dem Unterschreiben lesen
Nicht verstanden ist nicht dumm — diese Verträge sind auch für Deutsche schwer. Wichtige Wörter erklärt der Brief-Erklärer in 9 Sprachen.
Worauf du achten solltest: Kaltmiete und Nebenkosten getrennt, Höhe der Kaution (höchstens 3 Kaltmieten), Kündigungsfrist, und wer Schönheitsreparaturen zahlt.
2. Übergabeprotokoll — der teuerste Fehler
Bei der Schlüsselübergabe geht ihr gemeinsam durch die Wohnung und schreibt jeden Schaden auf: Kratzer im Boden, Flecken, kaputte Fliesen, undichter Hahn. Beide unterschreiben, du bekommst eine Kopie.
Fotografiere alles — mit Datum. Ohne Protokoll zahlst du beim Auszug für Schäden, die schon da waren. Das kostet Menschen jedes Jahr hunderte oder tausende Euro.
Zählerstände nicht vergessen: Strom, Gas, Wasser. Auch die gehören ins Protokoll.
3. Anmeldung beim Amt — Pflicht
Nach dem Einzug musst du dich beim Einwohnermeldeamt / Bürgeramt anmelden — in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Wer das vergisst, riskiert ein Bußgeld.
Was du mitbringen musst:
• Personalausweis oder Pass
• Wohnungsgeberbestätigung — die musst du dir vom Vermieter geben lassen. Ohne sie geht die Anmeldung nicht.
• Ausgefülltes Anmeldeformular (gibt es meist online)
💡 Termin früh buchen. In großen Städten sind Bürgeramt-Termine wochenlang ausgebucht — kümmere dich sofort, nicht erst in Woche zwei.
4. Strom anmelden — hier verlieren die meisten Geld
Wenn du einziehst und nichts tust, bekommst du automatisch Strom — aber über die Grundversorgung. Das ist fast immer der teuerste Tarif der Stadt. Du bist nicht daran gebunden und kannst jederzeit wechseln.
So machst du es richtig:
• Zählerstand am Einzugstag ablesen und fotografieren
• Zählernummer notieren (steht am Zähler)
• Tarife vergleichen und anmelden
• Beim alten Anbieter abmelden, wenn du umgezogen bist
⚠️ Finger weg von Anbietern, die Vorkasse für ein ganzes Jahr wollen. Solche Firmen sind in Deutschland schon pleitegegangen und das Geld war weg. Zahle monatlich.
5. Internet — früh bestellen, sonst sitzt du wochenlang ohne
Das wird oft unterschätzt: bis der Anschluss geschaltet ist, können zwei bis sechs Wochen vergehen. Bestelle, sobald der Mietvertrag unterschrieben ist — nicht erst nach dem Umzug.
• Prüfe zuerst, was an deiner Adresse überhaupt verfügbar ist
• Laufzeit beachten: 24 Monate ist üblich, aber lang. Wenn du nicht sicher bist, wie lange du bleibst, nimm einen kürzeren Vertrag
• Als Überbrückung: Handy-Hotspot oder eine Prepaid-Datenkarte
Kündigen musst du selbst kündigen — der Umzug beendet keinen Vertrag automatisch. Der Kündigungs-Generator schreibt dir das Schreiben.
6. Rundfunkbeitrag — und wer nicht zahlen muss
Der Beitrag ist 18,36 € im Monat, pro Wohnung — nicht pro Person. In einer WG zahlt nur einer, die anderen geben dessen Beitragsnummer an. Du wirst automatisch angeschrieben.
💡 Wer Bürgergeld, Grundsicherung, BAföG oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt, kann sich befreien lassen. Antrag beim Beitragsservice, Bewilligungsbescheid beilegen. Das sind über 220 € im Jahr — viele wissen es nicht und zahlen jahrelang.
7. Neue Adresse überall melden
Ein Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post leitet deine Post für einige Monate weiter — kostet eine kleine Gebühr und lohnt sich, weil sonst wichtige Briefe beim alten Vermieter landen.
Danach überall die Adresse ändern:
• Arbeitgeber
• Bank
• Krankenkasse
• Familienkasse (Kindergeld) und Jobcenter, falls zutreffend
• Versicherungen
• KFZ-Zulassung, falls du ein Auto hast
• Schule oder Kita der Kinder
• Handy- und Internetanbieter
Ein Brief vom Amt, der dich nicht erreicht, läuft trotzdem weiter — Fristen laufen ab, auch wenn du nichts gelesen hast. Deshalb ist dieser Schritt wichtiger, als er aussieht.
Noch zwei Dinge, über die es sich lohnt nachzudenken
Privat-Haftpflichtversicherung. Keine Pflicht, aber in Deutschland die wichtigste freiwillige Versicherung. Sie zahlt, wenn du versehentlich einen Schaden verursachst — auch in der Mietwohnung.
Hausratversicherung. Deckt deine Sachen bei Feuer, Wasserschaden oder Einbruch. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, wie viel du besitzt.
Wir verkaufen keine Versicherungen und beraten nicht dazu. Wenn du es genau wissen willst: die Verbraucherzentrale berät unabhängig.
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