🔧 Handwerker & Reparaturen
Der Wasserhahn tropft, die Heizung geht nicht, die Wohnung muss gestrichen werden, oder du brauchst eine Umzugsfirma. Hier steht, wer das bezahlen muss, wo du jemanden findest — und wie du dabei kein Geld verlierst.
⚖️ Keine Rechts- oder Steuerberatung
Diese Seite erklärt allgemein, wie es funktioniert. Bei Streit mit dem Vermieter hilft ein Mieterverein, bei Steuerfragen ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Stand: Juli 2026.
1. Stopp — muss das überhaupt du bezahlen?
Das ist die wichtigste Frage, und fast niemand stellt sie. In einer Mietwohnung ist der Vermieter verpflichtet, die Wohnung in Ordnung zu halten. Das steht im Gesetz (§ 535 BGB).
Das heißt: Heizung kaputt, Rohr undicht, Fenster schließt nicht, Schimmel, Boiler defekt — das ist Sache des Vermieters, nicht deine. Du musst keinen Handwerker rufen und schon gar nicht selbst zahlen.
So machst du es richtig:
1. Schaden dem Vermieter schriftlich melden — WhatsApp oder E-Mail reicht, Hauptsache du kannst es später zeigen.
2. Fotos machen, mit Datum.
3. Eine Frist setzen, zum Beispiel zwei Wochen.
4. Erst wenn der Vermieter nicht reagiert, wird es kompliziert — dann zuerst zum Mieterverein, nicht selbst beauftragen.
⚠️ Die eine Ausnahme: viele Mietverträge haben eine Kleinreparaturklausel. Damit zahlst du kleine Reparaturen selbst — aber nur bis zu einem festen Betrag pro Reparatur (oft um die 100 €) und nur bis zu einer Obergrenze im Jahr. Das gilt nur, wenn es im Vertrag steht, und nur für Dinge, die du täglich benutzt: Wasserhahn, Türgriff, Lichtschalter, Rollladengurt. Eine kaputte Heizung fällt nie darunter.
Wenn du unsicher bist: Brief-Erklärer erklärt die Wörter, der Mieterverein den Vertrag.
2. Wo finde ich jemanden?
Der beste Weg ist immer noch die Empfehlung — frag Kollegen und Nachbarn. Wenn das nicht geht, gibt es diese Wege:
MyHammer
Du beschreibst deinen Auftrag, Betriebe aus deiner Gegend melden sich mit einem Preis. Gut, wenn du mehrere Angebote vergleichen willst.
Handwerkskammer deiner Stadt
Hier sind nur eingetragene Betriebe gelistet. Kein Vergleichsportal, aber die sicherste Adresse. Gib deine Postleitzahl ein — du landest bei der Kammer, die für dich zuständig ist, und dort gibt es eine Handwerkersuche.
Google Maps
Zeigt Betriebe in deiner Nähe mit Bewertungen, Telefonnummer und Öffnungszeiten. Achtung: hier steht jeder drin, auch nicht eingetragene Anbieter. Mach vorher den Fünf-Minuten-Check weiter unten.
Prüf kurz, mit wem du es zu tun hast
• Hat der Betrieb eine Website mit Impressum? Dort stehen Firmenname und Adresse.
• Steht auf der Rechnung eine Steuernummer oder USt-IdNr.?
• Was sagen die Bewertungen bei Google Maps — nicht nur die Sterne, sondern was in den Texten steht?
• Bei Meisterberufen (Elektrik, Heizung, Sanitär): ist der Betrieb bei der Handwerkskammer eingetragen?
Das klingt nach Aufwand, dauert aber fünf Minuten — und genau diese fünf Minuten trennen den seriösen Betrieb vom Ärger.
3. Vorher: Kostenvoranschlag. Nachher: Rechnung.
Lass dir vor Beginn einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben. Darin sollte stehen, welche Arbeit gemacht wird, was das Material kostet und was die Arbeitszeit kostet.
Ein Kostenvoranschlag ist keine Garantie — er darf sich um einen gewissen Betrag erhöhen. Aber wenn am Ende plötzlich das Doppelte verlangt wird, hast du etwas in der Hand.
Auf der Rechnung müssen Arbeitskosten und Materialkosten getrennt stehen. Warum das so wichtig ist, steht gleich im nächsten Abschnitt — es geht um echtes Geld.
4. Bis zu 1.200 € im Jahr zurück — aber niemals bar
Der Staat gibt dir 20 % der Arbeitskosten zurück, wenn ein Handwerker in deiner Wohnung gearbeitet hat. Bis zu 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG).
Und das Beste: der Betrag wird direkt von deiner Steuer abgezogen, nicht vom Einkommen. 1.200 € weniger Steuer heißt 1.200 € mehr in der Tasche.
Drei Bedingungen — alle drei müssen erfüllt sein:
1. Es gibt eine richtige Rechnung.
2. Auf der Rechnung sind Arbeitskosten getrennt ausgewiesen. Material zählt nicht.
3. Du hast überwiesen — per Bank oder Lastschrift.
⚠️ Bar bezahlt = kein Cent zurück. Auch dann nicht, wenn du eine Rechnung hast. Das Finanzamt erkennt Barzahlung grundsätzlich nicht an. Genau deshalb ist „billiger ohne Rechnung" am Ende oft teurer.
💡 Das gilt auch für Mieter — viele wissen das nicht. In deiner Nebenkostenabrechnung stecken oft schon absetzbare Posten: Hausmeister, Treppenhausreinigung, Gartenpflege, Schornsteinfeger. Frag deinen Vermieter oder die Hausverwaltung nach einer Bescheinigung nach § 35a EStG — dazu ist er da.
Für haushaltsnahe Dienstleistungen (Putzhilfe, Gartenarbeit, Entrümpelung) gibt es einen eigenen Topf von bis zu 4.000 € im Jahr. Beide lassen sich kombinieren.
5. Warnsignale
• Jemand klingelt und bietet Arbeit an. „Wir arbeiten gerade nebenan, Ihr Dach sieht schlecht aus." Seriöse Betriebe machen das nicht.
• Vorkasse. Eine Anzahlung für Material kann normal sein — die ganze Summe im Voraus nicht.
• Kein schriftliches Angebot.
• „Nur bar." Kostet dich die Steuerermäßigung, die Gewährleistung und jedes Recht, wenn es schiefgeht.
• Druck. „Der Preis gilt nur heute." Ein guter Handwerker hat Arbeit genug.
Nach der Arbeit gilt in der Regel Gewährleistung: geht innerhalb der Frist etwas kaputt, muss der Betrieb nachbessern. Ohne Rechnung hast du diesen Anspruch nicht — deshalb ist die Rechnung dein Schutz, nicht seine Formalität.
6. Umzugsfirma
• Hol drei schriftliche Angebote. Die Preise gehen weit auseinander.
• Was ist drin? Kartons, Möbel ab- und aufbauen, Etage, Entfernung — das muss im Angebot stehen, sonst kommt es hinterher dazu.
• Versicherung: frag, wie hoch gehaftet wird, wenn etwas kaputtgeht.
• Halteverbotszone vor der Tür muss bei der Stadt beantragt werden — viele Firmen machen das gegen Gebühr mit.
• Nicht alles vorab bezahlen.
💡 Wenn du wegen der Arbeit umziehst — neue Stelle, oder der Weg zur Arbeit wird deutlich kürzer — kannst du die Umzugskosten oft als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Das ist eine andere Regel als die 1.200 € oben, und dafür ist die Rechnung wieder Pflicht.
Was nach dem Umzug alles zu erledigen ist, steht in der Checkliste für die ersten Wochen.
Kleine Reparaturen selbst machen
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