Gebrauchtwagen von privat kaufen: 10 Dinge, die du vorher prüfen musst

🏦 Geld · 21.10.2026

Die Anzeige sieht gut aus: kleines Auto, 3.500 €, „läuft super, nur wegen Umzug abzugeben“. Du rufst an, der Verkäufer ist freundlich, aber er hat es eilig. „Heute Abend kann ich, bring Bargeld mit, es gibt noch drei andere Interessenten.“

Für viele von uns ist das erste Auto in Deutschland ein Gebrauchtwagen. Man braucht es für die Arbeit, für die Familie, für den Einkauf. Gerade deshalb lohnt es sich, eine Stunde mehr zu investieren. Hier sind die 10 Punkte, die du vor dem Bezahlen prüfen solltest.

Erst das Wichtigste: privat oder Händler?

Das ist der größte Unterschied beim Autokauf:

  • Von privat: Der Verkäufer darf die Gewährleistung komplett ausschließen. Das macht fast jeder. Geht das Auto nach einer Woche kaputt, hast du meistens Pech. Ausnahme: Er hat einen Mangel bewusst verschwiegen. Das musst du aber beweisen.
  • Vom Händler: Er darf die Gewährleistung beim Gebrauchtwagen auf ein Jahr verkürzen, aber nicht ausschließen.

Darum ist der Kauf von privat oft billiger – und riskanter.

1. Papiere zuerst

Lass dir die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II zeigen (früher Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief). Der Name im Teil II sollte zum Ausweis des Verkäufers passen. Wenn nicht: Warum nicht? Fehlt der Teil II, kauf das Auto nicht. Bei einem Kredit liegt er manchmal noch bei der Bank.

2. Die Fahrgestellnummer vergleichen

Die Fahrgestellnummer (FIN) steht in den Papieren und am Auto, meist unten an der Windschutzscheibe. Beide müssen gleich sein.

3. Wann ist der nächste TÜV?

Die Hauptuntersuchung (HU, oft „TÜV“ genannt) steht auf der Plakette hinten am Kennzeichen und in den Papieren. Ein Auto mit „TÜV neu“ ist ein Plus. Ist er bald fällig, rechne mögliche Reparaturen in den Preis ein.

4. Serviceheft und Rechnungen

Gibt es ein Serviceheft oder Werkstatt-Rechnungen? Das zeigt, ob das Auto gepflegt wurde. Alte HU-Berichte zeigen außerdem den Kilometerstand von früher. So erkennst du, ob der Tacho stimmt.

5. Probefahrt – richtig gemacht

  • Den Motor kalt starten. Bitte den Verkäufer, das Auto vorher nicht laufen zu lassen.
  • Bremsen, alle Gänge, Lenkung testen. Klappert oder zieht etwas?
  • Leuchten im Armaturenbrett Warnlampen?
  • Klimaanlage und Heizung ausprobieren.

Ohne Probefahrt kaufst du nicht. Punkt.

6. Unfall und Rost

Schau dir die Spaltmaße an (der Abstand zwischen Türen und Karosserie), unterschiedliche Farbtöne und Rost an Radläufen und unten an den Türen. Frag direkt: „Hatte das Auto einen Unfall?“

Ganz wichtig: Wenn der Verkäufer „unfallfrei“ sagt, lass es in den Kaufvertrag schreiben. Eine solche schriftliche Zusage gilt auch dann, wenn die Gewährleistung sonst ausgeschlossen ist.

7. Lass einen Profi schauen

Wenn du kein Auto-Kenner bist: Nimm jemanden mit, der sich auskennt. Oder lass das Auto bei einer Werkstatt, beim ADAC, TÜV oder DEKRA prüfen. Das kostet etwas Geld, kann dir aber tausende Euro sparen. Ein ehrlicher Verkäufer hat damit kein Problem.

8. Den Preis vergleichen

Such dasselbe Modell mit ähnlichem Baujahr und Kilometerstand auf mobile.de oder AutoScout24. Ist dein Angebot viel billiger als alle anderen? Dann frag dich, warum.

9. Ein schriftlicher Kaufvertrag

Nutze einen fertigen Mustervertrag, zum Beispiel den kostenlosen vom ADAC. Darin stehen alle wichtigen Punkte. Schreib dazu: Datum und Uhrzeit der Übergabe, Kilometerstand, alle bekannten Mängel und alles, was der Verkäufer zugesagt hat.

ADAC: Infos zum Kaufvertrag und Mustervertrag

10. Sicher bezahlen

  • Keine Anzahlung an jemanden, den du nie gesehen hast. Besonders nicht, wenn das Auto angeblich „per Spedition aus dem Ausland“ kommt. Das ist eine bekannte Betrugsmasche.
  • Kein Bargeld-Treffen spät abends auf einem dunklen Parkplatz.
  • Am sichersten: Übergabe bei Tageslicht, Zahlung per Überweisung, die der Verkäufer in seiner Banking-App bestätigt sieht. Oder gemeinsam bei einer Bankfiliale.
  • Auto, Schlüssel und Papiere bekommst du erst, wenn das Geld da ist. Und du zahlst erst, wenn du alles in der Hand hast.

Nach dem Kauf

  • Versicherung abschließen. Du bekommst eine eVB-Nummer, die brauchst du für die Zulassung. Was du beim Vergleichen beachten musst, steht hier: Kfz-Versicherung wechseln und vergleichen
  • Auto ummelden bei der Zulassungsstelle. Die Kfz-Steuer wird danach per Lastschrift abgebucht.
  • Pflicht im Auto: Warndreieck, Verbandkasten und Warnweste. Prüf das gleich am ersten Tag.

Ein paar Dinge, die viele nach dem Autokauf als Erstes besorgen:

Noch ein wichtiger Punkt für uns

Fährst du noch mit einem indischen, pakistanischen oder nepalesischen Führerschein? Er gilt in Deutschland nur sechs Monate ab deinem Wohnsitz. Danach ist Fahren eine Straftat – und die Versicherung kann Probleme machen. Hier steht, wie das Umschreiben geht: Führerschein umschreiben

Das Auto auf Kredit kaufen? Rechne vorher alles durch: Autokredit-Rechner

Kurz zusammengefasst

  • Von privat: meistens keine Gewährleistung.
  • Papiere, Fahrgestellnummer, TÜV, Serviceheft prüfen.
  • Probefahrt mit kaltem Motor, Profi mitnehmen.
  • Zusagen wie „unfallfrei“ in den Vertrag.
  • Keine Anzahlung an Unbekannte, sicher bezahlen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich wird nichts teurer.

← Alle Beiträge

War diese Seite hilfreich?

Ein Klick reicht. So sehen wir, was euch wirklich hilft.

WhatsApp Telegram Facebook E-Mail

Kennst du jemanden, der das gerade braucht? Schick es weiter.

💬 Kommentare und Fragen

Bitte keine Telefonnummern, Adressen oder Ausweisdaten. Links sind nicht erlaubt. Jeder Kommentar wird vor dem Erscheinen gelesen. Mehr dazu im Datenschutz.

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage – andere haben bestimmt die gleiche.