Arbeitslosengeld-Rechner

Arbeitslosengeld-Rechner 2026

Wie viel Arbeitslosengeld (ALG I) bekommst du, wie lange, und wie viel darfst du nebenbei verdienen? Drei kleine Rechner, danach die Fehler, die am meisten Geld kosten.

Kündigung bekommen? Melde dich zuerst arbeitsuchend. Wer zu spät kommt, verliert eine Woche Geld. Die Frist rechnest du hier aus: Arbeitsuchend melden – Fristen-Rechner.

1. Wie viel bekomme ich im Monat?

2. Wie lange bekomme ich es?

3. Nebenjob: Was bleibt mir?

Neben dem Arbeitslosengeld darfst du arbeiten, aber weniger als 15 Stunden pro Woche. Von deinem Netto bleiben 165 € im Monat frei.

So rechnet die Agentur für Arbeit

Die Agentur nimmt nicht dein echtes Netto. Sie rechnet so:

  1. Sie nimmt dein Brutto der letzten 12 Monate und teilt es durch 365. Das ist dein Brutto pro Tag.
  2. Davon zieht sie 20 % pauschal für die Sozialversicherung ab.
  3. Dann zieht sie die Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse und den Soli ab. Kirchensteuer zieht sie nicht ab.
  4. Von dem, was übrig bleibt, bekommst du 60 %. Mit Kind 67 %.
  5. Ein Monat hat bei der Agentur immer 30 Tage. Also: Tagesbetrag mal 30.

Höchstens bis 8.450 € Brutto im Monat wird gerechnet (Beitragsbemessungsgrenze 2026). Wer mehr verdient hat, bekommt trotzdem nicht mehr.

Die Agentur zahlt für dich außerdem Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Das kostet dich nichts extra.

7 Fehler, die dich Geld kosten

  1. Zu spät arbeitsuchend melden. Spätestens 3 Monate vor dem letzten Arbeitstag. Wenn du es später erfährst: innerhalb von 3 Tagen. Sonst gibt es eine Sperrzeit von 1 Woche. Frist ausrechnen.
  2. Selbst kündigen oder einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Dann gibt es meistens 12 Wochen Sperrzeit, und die ganze Bezugsdauer wird um mindestens ein Viertel kürzer. Unterschreibe nichts, bevor du bei der Agentur oder einer Beratung gefragt hast.
  3. Urlaub nicht nehmen. Wenn dein Chef dir Resturlaub am Ende auszahlt, ruht das Arbeitslosengeld für diese Tage. Das Geld ist nicht weg, aber es kommt später.
  4. Abfindung mit kürzerer Kündigungsfrist. Eine Abfindung ist normal kein Problem. Wurde aber die Kündigungsfrist nicht eingehalten, ruht das Arbeitslosengeld eine Zeit lang.
  5. Steuerklasse kurz vorher wechseln. Die Agentur nimmt die Klasse vom 1. Januar. Ein Wechsel später zählt nur, wenn er zu euren echten Gehältern passt. Ehepaare sollten das früh im Jahr prüfen.
  6. Keine Steuererklärung machen. Hast du im Jahr mehr als 410 € Arbeitslosengeld bekommen, musst du eine abgeben. Oft kommt eine kleine Nachzahlung. Plane sie ein. Mehr dazu auf Steuererklärung.
  7. Nebenjob nicht melden. Jeder Nebenjob muss vor dem ersten Arbeitstag gemeldet werden. Wer es nicht tut, muss das Geld zurückzahlen und bekommt oft ein Bußgeld oder sogar eine Anzeige.

Wenn das Geld nicht reicht

Arbeitslosengeld ist oft deutlich weniger als dein Lohn. Das kannst du prüfen:

Gut zu wissen: Arbeitslosengeld I ist eine Versicherung. Du hast dafür Beiträge gezahlt. Anders als Leistungen vom Jobcenter schadet es bei der Verlängerung vom Aufenthaltstitel oder bei der Einbürgerung normalerweise nicht. Wenn dein Titel an einen bestimmten Arbeitgeber gebunden ist, melde den Jobverlust aber sofort bei der Ausländerbehörde.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Gehalt ist das Arbeitslosengeld?

Du bekommst 60 Prozent von einem pauschal berechneten Netto. Mit mindestens einem Kind sind es 67 Prozent. Die Agentur rechnet nicht mit deinem echten Netto, sondern zieht vom Brutto 20 Prozent für die Sozialversicherung, die Lohnsteuer und den Soli ab.

Welche Monate zählen für die Berechnung?

Normalerweise das Brutto der letzten 12 Monate vor dem Anspruch. Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen mit. Eine Abfindung und ausgezahlter Urlaub zählen nicht.

Wie lange bekomme ich Arbeitslosengeld?

Das hängt davon ab, wie viele Monate du in den letzten 5 Jahren versichert gearbeitet hast, und von deinem Alter. Unter 50 Jahren sind es höchstens 12 Monate. Ab 58 Jahren und 48 Monaten Arbeit sind es bis zu 24 Monate.

Darf ich neben dem Arbeitslosengeld arbeiten?

Ja, aber weniger als 15 Stunden pro Woche. Von deinem Netto-Verdienst bleiben 165 Euro im Monat frei. Was darüber liegt, wird vom Arbeitslosengeld abgezogen. Du musst den Job der Agentur vorher melden.

Muss ich eine Steuererklärung machen, wenn ich Arbeitslosengeld bekommen habe?

Ja, wenn du im Jahr mehr als 410 Euro Arbeitslosengeld bekommen hast. Das Arbeitslosengeld selbst ist steuerfrei, aber es erhöht den Steuersatz für dein übriges Einkommen. Deshalb kann eine Nachzahlung kommen.

Zählt ein Kind, das in Indien oder einem anderen Land lebt?

Für die 67 Prozent zählt ein Kind im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Das Kind muss dafür nicht in Deutschland wohnen. Sag es der Agentur und bring die Geburtsurkunde mit.

Passt auch dazu

Stand: 23. September 2026. Zahlen für 2026: Beitragsbemessungsgrenze 8.450 € im Monat, Einkommensteuertarif nach § 32a EStG (Grundfreibetrag 12.348 €), Soli-Freigrenze 20.350 € / 40.700 €, Freibetrag für Nebeneinkommen 165 € (§ 155 SGB III). Der Rechner schätzt die Lohnsteuer vereinfacht, das Ergebnis kann ein paar Euro abweichen. Verbindlich ist nur dein Bescheid von der Agentur für Arbeit. Die offizielle Selbstberechnung findest du auf arbeitsagentur.de. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.