Mindestlohn 2027: 14,60 € – und warum dein Minijob jetzt 633 € heißt

💼 Arbeit · 21.10.2026 · aktualisiert 30.10.2026

Ab dem 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn in Deutschland von 13,90 € auf 14,60 € brutto pro Stunde. Das ist beschlossen, nicht nur geplant.

Für viele in Küche, Lager, Reinigung oder Lieferdienst ist das die wichtigste Zahl im neuen Jahr. Hier ist, was sich für dich ändert.

Was heißt das für Vollzeit?

Bei 40 Stunden pro Woche arbeitest du im Schnitt etwa 173 Stunden im Monat.

  • 2026: 173 × 13,90 € = etwa 2.409 € brutto
  • 2027: 173 × 14,60 € = etwa 2.530 € brutto

Das sind rund 120 € brutto mehr im Monat. Netto bleibt davon weniger übrig, je nach Steuerklasse. Rechne es selbst aus: Lohn-Rechner Brutto-Netto.

Minijob: 633 € statt 603 €

Die Minijob-Grenze hängt am Mindestlohn. Steigt der Mindestlohn, steigt auch die Grenze. Ab Januar 2027 darfst du im Minijob bis 633 € im Monat verdienen.

Mehr Stunden bringt das aber kaum. Bei 14,60 € sind 633 € genau wie vorher etwa 43 Stunden im Monat. Du bekommst pro Stunde mehr, aber nicht mehr Stunden.

Achtung, wenn du gerade genau 603 € bekommst: Dein Chef muss dir ab Januar 14,60 € zahlen. Wenn er die Stunden nicht kürzt, verdienst du mehr – und bleibst trotzdem Minijobber, solange es nicht über 633 € geht.

Midijob: ab 633,01 €

Verdienst du mehr als 633 €, bist du im Midijob (der Fachbegriff ist Übergangsbereich). Der geht 2027 von 633,01 € bis 2.000 €. Die 2.000 € bleiben gleich. Im Midijob zahlst du weniger Sozialabgaben als in einem normalen Job, bist aber voll versichert.

Die genauen Zahlen für 2027 werden noch offiziell im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Rechnerisch kommen sie aus dem Mindestlohn – große Überraschungen sind nicht zu erwarten.

Was du jetzt tun solltest

  • Lohnabrechnung im Januar prüfen. Teile deine Stunden durch den Bruttolohn. Kommt weniger als 14,60 € heraus, stimmt etwas nicht.
  • Stunden aufschreiben. Jeden Tag, mit Datum, Anfang und Ende. Ein Foto vom Dienstplan hilft auch. Ohne Beweis ist es schwer, Geld nachzufordern.
  • Minijob und Jobcenter: Bekommst du Grundsicherung dazu, bleibt von mehr Lohn nicht alles bei dir. Ein Teil wird angerechnet.
  • Zwei Minijobs? Die werden zusammengezählt. Liegt die Summe über 633 €, ist es kein Minijob mehr.

Wer bekommt den Mindestlohn nicht?

Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss, Azubis (dort gilt eine eigene Mindestvergütung) und manche Praktikanten. Für alle anderen gilt er – auch für Minijobber, Aushilfen und Saisonkräfte. Auch wenn du nur Probearbeit machst und richtig mitarbeitest.

Dein Chef zahlt weniger?

Erst freundlich ansprechen, dann schriftlich nachfragen. Hilft das nicht: Der Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) kontrolliert den Mindestlohn. Kostenlose Beratung, auch auf Englisch und anderen Sprachen, gibt es bei Faire Mobilität und bei den Gewerkschaften.

Mehr dazu: Arbeitszeit & Lohn prüfen

Und dann?

Mehr Lohn ist gut. Noch besser ist, wenn ein Teil davon bleibt. Wie du aus 50 oder 100 € im Monat einen Notgroschen machst, zeigt unser neuer Geld-Plan mit 3 Rechnern.

Stand: 16.10.2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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